Der diesjährige Leon Zelman-Preis für Dialog und Verständigung wird an den Historiker Johannes Glack für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen sowie sein außergewöhnliches zivilgesellschaftliches Engagement verliehen.
Der Leon Zelman-Preis wird seit 2013 an Personen oder Organisationen vergeben, die sich im Sinne Leon Zelmans (1928-2007) aktiv für die Erinnerung an die Shoah einsetzen. Der Preis würdigt aber auch besonderes zivilgesellschaftliches Engagement, Eintreten gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, Bildungs- und Jugendarbeit wie Projekte, die den interkulturellen Dialog fördern. Er erinnert an den langjährigen Leiter des Jewish Welcome Service und Herausgeber der Zeitschrift „Das Jüdische Echo“.

2026 wurde der Preis aktualisiert und die Jury mit namhaften Historiker:innen, darunter
Gabriele Anderl, Michaela Raggam-Blesch, Isolde Vogel und Florian Wenninger sowie Daniel Löcker, Wissenschaftsreferent der Stadt Wien, neu besetzt. Der Preis ist mit Euro 5.000,- dotiert und wird von der Stadt Wien gestiftet. Die Verleihung findet im Herbst im Wiener Rathaus statt.
Die Jurybegründung
„Der Historiker Johannes Glack wird für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen sowie sein außergewöhnliches zivilgesellschaftliches Engagement ausgezeichnet. In seiner Forschung leistet er einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der NS-Verfolgung und ihrer Folgen, insbesondere durch seine Arbeiten zu Displaced Persons mit gesundheitlichen Einschränkungen – einem Themenfeld, das auch eng mit der Lebensgeschichte des Namensgebers Leon Zelman verbunden ist.
Darüber hinaus hat sich Glack in der Täterforschung einen Namen gemacht und tritt öffentlich wirksam einem lange vorherrschenden österreichischen Opfernarrativ entgegen.
Seine internationale Tätigkeit – unter anderem durch die Zusammenarbeit mit Yad Vashem sowie als Fellow am United States Holocaust Memorial Museum in Washington – spiegelt die hohe Relevanz und Anerkennung seiner Arbeit.
Zugleich engagiert sich Johannes Glack intensiv in der Bildungs- und Erinnerungsarbeit: Er organisierte bereits zahlreiche öffentliche Zeitzeugengespräche in Wien, fördert den Austausch mit Überlebenden und ihren Nachfahren und setzt sich aktiv gegen Antisemitismus und Geschichtsvergessenheit ein.
Durch die Verbindung von exzellenter Forschung, gesellschaftlichem Engagement und lebendiger Erinnerungskultur erfüllt Johannes Glack die Anliegen des Preises in besonderer Weise und trägt maßgeblich zu Dialog und Verständigung bei.“
OTS Aussendung:

